Armin Grünewald
Vice President Strategy and Portfolio Management Manufacturing Engineering Software
Siemens Digital Industries Software
Als zweites Jury Mitglied dürfen wir Armin Grünewald von Siemens Digital Industries Software vorstellen. Als Vice President im Bereich Strategie und Portfolio Management beschäftigt sich Herr Grünewald täglich mit Innovationen und der digitalen Transformation der Fertigungsindustrie. Wir freuen uns, dass wir Herrn Grünewald als Jury-Mitglied für die Mars-Challenge gewinnen konnten.
Herr Grünewald, was haben Sie gedacht, als Sie von der Mars-Challenge erfahren haben?
Mein erster Gedanke war, „etwas verrückt… was haben die JANUS-Leute da vor?“
Das ist schließlich nichts Alltägliches, was es ja aber auch nicht sein soll.
Genau, der Mars-Fahnenmast soll alles andere als gewöhnlich sein. Auf was kommt es Ihnen bei dem Fahnenmast an und nach welchen Kriterien entscheiden Sie?
Bei Siemens Digital Industries Software durfte ich schon einige Hackathons begleiten und habe daher schon etwas Erfahrungen gesammelt im Hinblick auf die Ideenbewertung. Bei der Auswahl des Mars-Fahnenmastes ist es für mich eine Mischung aus:
- Innovation → das Design, aber auch die Gedanken dahinter, der Fahnenmast sollte den Gegebenheiten auf dem Mars standhalten können
- Realisierbarkeit → schließlich soll der Fahnenmast auch gefertigt werden
- Nutzen → Effizienz spielt bei der Besiedlung eines neuen Planeten eine wichtige Rolle, das kann schon beim Fahnenmast anfangen
- Präsentation → wir machen uns durch die eingesendete Skizze oder das 3D-Modell ein Bild des Fahnenmastes, für mich ist aber auch die Beschreibung der Idee wichtig, um diese noch besser zu verstehen.
Im Rahmen der Mars-Challenge sollen Ideen Realität werden. Die Entwicklung und Fertigung des Mars-Fahnenmastes ist keine alltägliche Produktentwicklung, aber sicher stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, wie sie eine Produktidee verwirklichen können. In diesem Zusammenhang fällt immer wieder der Begriff „digitaler Zwilling“.
Was verbirgt sich für Siemens hinter dem Schlagwort „Digitaler Zwilling“ und welchen Beitrag kann Siemens zur Produktentwicklung und Realisierung leisten?
Digitale Zwillinge sind virtuelle Ebenbilder der Produkte, Maschinen, Prozesse oder gar ganzer Produktionsanlagen.
Für Siemens Digital Industries Software ist der „Digitale Zwilling“ das Kernstück unserer Vision und Lösungen. Wenn wir es schaffen, die Realität sowohl für das Produkt, die Fertigungsprozesse und das Abbild der Fertigungsanlage in die virtuelle Welt zu spiegeln, dann haben wir den Digital Twin of Product, Process and Factory. Ideen und Konzepte, die wir seit Jahren verfolgen wie Shift Left können dann realisiert werden, um alle möglichen Probleme früh im Prozess zu lösen und möglichst „Right First Time“ die Fertigung zu starten.
Auch das Konzept des „Closed Loop Manufacturing und Closed Loop Quality” können durch einen intelligenten Digitalen Zwilling eine lernende Fertigung ermöglichen und dabei helfen, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess entlang der kompletten Prozesskette zu realisieren.
Vielen Dank, Herr Grünewald. Wir sind gespannt, welche Fahnenmast-Idee Sie zusammen mit Herrn Hauck auswählen werden.
Elon Musk konnten wir so kurzfristig nicht mit der Mars-Challenge erreichen und als letztes Jury-Mitglied gewinnen, aber wer weiß, vielleicht überzeugt ihn der fertige Mars-Fahnenmast!